Das verkannte Geschenk

 

Stell dir vor, du sitzt vor dem wunderschön dekorierten Weihnachtsbaum. Es duftet nach Kerzenwachs, und die letzten Lieder sind verklungen und du bist an der Reihe mit Geschenke auspacken. Spürst du das leichte Kribbeln im Bauch, die Vorfreude? Vor dir eine grosse Auswahl an hübsch verpackten Geschenken in allen Farben und Formen. Machst du es wie ein Kind und beginnst mit dem grössten? Oder nimmst du dasjenige, welches am kunstvollsten eingepackt ist? Langsam öffnest du das Band und beginnst den Inhalt zu enthüllen ...

 

... und heraus kommt ein Brief. Ein längst vergessener, alter Liebesbrief, welcher dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert und dich daran erinnert, wie du ihn unzählige male gelesen hast an allen möglichen und unmöglichen Orten. Nun liegt er halb zerfleddert da und mit ihm kommen wunderschöne Erinnerungen an eine aufregende Liebschaft, die dir heute noch das Herz etwas höher schlagen lässt. 

Auch die nächsten Geschenke bringen dir kein Buch und keine Uhr, sogar das gewünschte Parfum bleibt aus. Stattdessen entführen sie dich an viele Stationen deines Lebens, an die du gerne zurückdenkst und die dich mit Dankbarkeit erfüllen. 

 

Längst sind die Kerzen am Weihnachtsbaum niedergebrannt und immer noch bleiben Geschenke übrig die geduldig darauf warten ausgepackt zu werden. Doch etwas lässt dich zögern. Sie sind nicht mehr in glänzendes Papier eingehüllt - im Gegenteil. Dennoch ergreifst du mutig ein nächstes Geschenk und blickst gespannt hinein, nur um es am liebsten gleich wieder zu verschliessen. Nein, daran möchtest du nun wirklich nicht erinnert werden - vor allem nicht am Heiligen Abend. 

 

 

Du siehst dich als kleines Kind, das sich verängstigt weinend unter die Bettdecke verkriecht, während dessen die Eltern sich lauthals wegen des Geldes streiten. Wie du das Geschenk in der Hand hälst. spürst du erneut die tiefe Einsamkeit die dich damals beschlichen hat. Das nächste Geschenk macht es nicht besser. Du sitzt einsam auf dem Pausenhof und siehst den andern Kindern beim spielen zu, verzweifelt, weil du einmal mehr nicht mitspielen darfst. So öffnest du ein Geschenk nach dem andern. Tränen rinnen dir übers Gesicht und du fragst dich, was das mit Weihnachten und Geschenken zu tun haben soll. 

 

Die Frage, wie es dazu kommt dass viele Menschen an ihrem Leben und den schweren Erfahrungen verzweifeln und verbittern, andere trotz äusserst schwierigen und traumatischen Erlebnissen jedoch nicht, beschäftigt mich seit vielen Jahren. Ich selber bin mit einer Mutter aufgewachsen, die Zeit ihres Lebens nie über den Verlust zwei ihrer Kinder hinweggekommen ist. Das war für mich sehr schmerzvoll mitzuerleben und mit ein Grund dieser Frage über viele Jahr nachzugehen. 

 

 

Wie sieht es aus für dich, dein ganz persönliches Leben?
Gelingt es dir, schmerzvolle Erfahrungen als Geschenk zu sehen?

Sehnst du dich danach, auch in diesen Erfahrungen eine Entdeckung zu machen?

 

Wichtig schein mit zu erkennen, dass das Leben nie gegen uns ist! Vielmehr lädt es uns ein zu wachsen und die mitgebrachten Talente zu entfalten. Unsere Seele möchte sich weiterentwickeln, und wir alle haben auch die nötigen Ressourcen im Gepäck um aus unserer Sicht schmerzvolle Erfahrungen zu wandeln. Vielleicht magst du dich öffnen für den Gedanken, dass in jeder Wunde ein Schatz verborgen ist und wir eingeladen sind, diesen zu heben. Dazu können folgende Fragen hilfreich sein: 

  • Was habe ich dadurch gelernt?
  • Welche Fähigkeiten konnte ich entwickeln?
  • Welche Person bin ich dank dieser Erfahrung geworden?

 

Zudem ist es wichtig, nicht nur über das Vergangen zu reden, sondern den Schmerz zu fühlen ohne ihn vorerst verändern zu wollen. Wenn du anschliessend deine Lernerfahrungen erkennst und annimmst, kann Heilung der alten Verletzungen geschehen. Und das fühlt sich dann wirklich an wie Geschenke auspacken: wenn du erkennen kannst, wieviel Mut, Stärke, Geduld, Empathie, Kraft und andere tolle Fähigkeiten du dank ursprünglich als negativ erscheinenden Erfahrungen entwickelt hast. Durch die Erfahrung mit meiner Mutter habe ich zum Beispiel sehr früh meine Hellfühligkeit und Mitgefühl entwickeln können. Beides hilft mir heute in meinen Beratungen sehr. 

 

 

 

 

Vielleicht magst du dir in den kommenden Tagen mal Zeit nehmen um diesen

verkannten Geschenken in deinem Leben auf die Spur zu kommen. 

 

 

Mir persönlich hat unter anderem die ThetaHealing Methode sehr dabei geholfen, meine Lerngeschenke zu integrieren und sie von altem Schmerz loszulösen. Gerne unterstütze ich dich ebenfalls dabei. In meinen Sitzungen helfe ich dir, deine Lerngeschenke zu erkennen, zu integrieren und damit deinen alten Schmerz Schicht für Schicht zu heilen. So dass du beschenkt vom Leben weitergehen und immer mehr zu einem Geschenk für andere werden kannst. 

 

Alles Liebe für dich!

Mit herzlichen Adventsgrüssen

 

 

Lisa